Bandscheibenvorfälle im Bereich der Brust-Lenden-Wirbelsäule

Leider sind auch unsere Haustiere - häufig jüngere kurzbeinige kleine, aber auch große ältere Hunde und selten auch Katzen - von Bewegungsstörungen durch Vorwölbungen der Bandscheibe oder Austritt von Bandscheibenmaterial in Richtung Rückenmark und dessen häutiger sensibler Überzug nicht verschont. Die Folgen sind häufig Bewegungseinschränkungen bis hin zur vollständiger (Querschnitts-)Lähmung mit Sensibilitätsverlust der Hintergliedmaßen und Funktionsverlust des Harnabsatzes. Schmerz an der Stelle der Rückenmarkskompression steht dagegen seltener im Vordergrund. Da ca. jeder 5. Dackel im Laufe seines Lebens einen Zwischenwirbel-Bandscheibenerkrankung (https://www.dachshund-ivdd.uk/how-common-is-ivdd/prevalence-data/) aufweisen kann, heißt diese Erkrankung auch "Dackellähme".

Nur selten sind Verengung zwischen zwei Wirbeln mit Hinweis auf den Vorfall von Bandscheibenmaterial so deutlich zu sehen (Unterhalb des roten Kreises)

Deutlicher ist das ausgetretende Bandscheibenmaterial in der MRT-Untersuchung. Bandscheibenvorfälle werden je nach dem Schweregrad (Beweglichkeit der Beckengliedmaßen, Muskeltonus und Sensibiltät) in Grad 1-5 eingeteilt. Während Grad 1-2 (leichte bis mittlere Gangstörungen ohne Sensibilitätsstörung) noch gut konservativ (Entzündungshemmer, Physiotherapie) behandelt werden können, sollten schwere Störungen chirurgisch dekomprimiert werden.

Die Operation erfolgt durch Verschiebung der Wirbelsäulenmuskulatur. Danach wird entweder der obere Teil des Wirbelkanaldaches (Laminotomie) oder der seitliche Teil (Hemilaminiektomie) weggefräst und so mehr Raum für das Rückenmark geschaffen. Gleichzeitig kann vorgefallenes Bandscheibenmaterial herausgefischt oder abgesaugt werden.

Beim seitlichen Zugang (rote Kreise der CT-Rekontruktionen) ist die Übersicht groß genug um bei älteren Hunden auch einen Teil der Bandscheibe wegzufräsen (partielle Korpektomie) ohne die Wirbelsäule essentiell zu destabilisieren.

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